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Bußgeldkatalog 2026
Bußgeldkatalog 2026 · Geschwindigkeit

30 km/h zu schnell: Knapp am Fahrverbot vorbei?

Von Rechtsanwalt Andreas Junge Stand:

30 km/h zu viel kosten innerorts 180 € und außerorts 150 €, jeweils mit einem Punkt. Für Ersttäter bleibt es dabei. Doch der Abstand zum Fahrverbot ist denkbar knapp: Innerorts reicht ein einziger km/h mehr für einen Monat Fahrverbot und zwei Punkte.

Innerorts · Stufe 26–30 km/h180 €
  • 1 Punkt in Flensburg
  • Nur bei Wiederholung: 1 Monat
  • Gesamt mit Gebühren: 208,50 €
Außerorts · Stufe 26–30 km/h150 €
  • 1 Punkt in Flensburg
  • Nur bei Wiederholung: 1 Monat
  • Gesamt mit Gebühren: 178,50 €

Regelsätze des Bußgeldkatalogs für Pkw und Motorrad, Ersttäter, fahrlässig. Gebühr: 5 % der Geldbuße, mindestens 25 €, plus 3,50 € Zustellung. Bis 55 € handelt es sich um ein Verwarnungsgeld ohne Gebühren.

Ein km/h vor dem Fahrverbot

Innerorts ist 30 km/h die letzte Stufe ohne reguläres Fahrverbot. Bei 31 km/h verlangt der Katalog 260 €, zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot. Außerorts ist der Puffer größer – dort beginnt das Fahrverbot erst bei 41 km/h.

Typisch sind 80 km/h auf einer innerörtlichen Hauptstraße mit Tempo 50 oder 60 km/h in einer Tempo-30-Zone, jeweils nach Toleranzabzug. Gemessen wurden dafür 83 bzw. 63 km/h. Auch in der 30-Zone gilt die Innerorts-Tabelle.

Wiederholungstäter: Fahrverbot schon jetzt

Eine Ausnahme gilt für alle, die innerhalb eines Jahres schon einmal mit mindestens 26 km/h aufgefallen sind. Die Frist beginnt mit der Rechtskraft des ersten Bescheids, nicht mit dem Blitzer. Wer dann erneut 26 km/h oder mehr zu schnell ist, bekommt in der Regel einen Monat Fahrverbot – innerorts wie außerorts. Beispiele zur Fristberechnung finden Sie bei 26 km/h zu schnell.

Welcher Messwert steckt dahinter?

Gerade bei 30 km/h lohnt der Blick auf den Messwert. Diese Werte ergeben genau 30 km/h zu schnell:

Welcher Messwert ergibt 30 km/h zu schnell?
ErlaubtGemessenNach ToleranzEs gilt
30 km/h63 km/h60 km/hinnerorts
50 km/h83 km/h80 km/hinnerorts
70 km/h104 km/h100 km/haußerorts
100 km/h135 km/h130 km/haußerorts
120 km/h155 km/h150 km/haußerorts

Toleranzabzug: bis 100 km/h Messwert 3 km/h, darüber 3 % (zu Ihren Gunsten aufgerundet). Ob innerorts oder außerorts gilt, hängt vom Ort ab – nicht vom Tempolimit.

Probezeit

In der Probezeit ist ein Verstoß mit 30 km/h ein A-Verstoß. Es folgen ein Aufbauseminar und die Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre.

Lohnt sich ein Einspruch?

Ohne Fahrverbot geht es „nur“ um 180 € und einen Punkt. Ein Einspruch kann sich trotzdem lohnen – vor allem für Wiederholungstäter, für Fahranfänger und für alle, die schon mehrere Punkte haben. Ansatzpunkte sind Eichschein, Messprotokoll und die Frage, ob das Gerät nach Gebrauchsanweisung aufgestellt war.

Was Sie jetzt tun sollten

  • Anhörungsbogen: Pflicht sind nur die Angaben zur Person. Zum Vorwurf müssen Sie nichts sagen – auch nicht, wer gefahren ist. Mehr unter Anhörungsbogen.
  • Bußgeldbescheid: Gegen ihn haben Sie zwei Wochen ab Zustellung Zeit für einen Einspruch.
  • Verjährung: Kommt innerhalb von sechs Monaten nach dem Verstoß keine Post, kann der Verstoß verjährt sein.

Häufige Fragen: 30 km/h zu schnell

Gibt es bei 30 km/h zu schnell ein Fahrverbot?

Für Ersttäter nicht. Ein Monat Fahrverbot droht, wenn Sie innerhalb eines Jahres nach Rechtskraft eines früheren Bescheids schon einmal mit 26 km/h oder mehr zu schnell waren.

Was kostet 30 km/h zu schnell?

Innerorts 180 € plus 28,50 € Gebühren (208,50 €), außerorts 150 € plus 28,50 € (178,50 €). Dazu kommt 1 Punkt.

Was kostet 31 km/h zu schnell innerorts?

260 €, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot.

Gilt in der Tempo-30-Zone die Innerorts-Tabelle?

Ja. Wer in der 30-Zone nach Toleranzabzug 60 km/h fährt, ist 30 km/h zu schnell und zahlt 180 €.

Alle Stufen im Überblick finden Sie in der Bußgeldtabelle für Geschwindigkeitsüberschreitungen. Für Lkw, Wohnmobile über 3,5 t und Gespanne gelten strengere Sätze.