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Bußgeldkatalog 2026
Bußgeldkatalog 2026

Rote Ampel überfahren 2026: Bußgeld & Strafe

Von Rechtsanwalt Andreas Junge Stand:

Eine Sekunde Unaufmerksamkeit kann teuer werden. Der Bußgeldkatalog unterscheidet streng zwischen dem einfachen Rotlichtverstoß und dem qualifizierten Verstoß, wenn die Ampel schon länger als eine Sekunde rot war. Dann drohen neben dem Bußgeld auch Punkte und ein Fahrverbot.

Auf einen Blick

90 € + 1 PunktAmpel war weniger als 1 Sekunde rot
200 € + 1 MonatAmpel war länger als 1 Sekunde rot – dazu 2 Punkte
+2 Jahre ProbezeitFahranfänger: A-Verstoß mit Aufbauseminar

Strafen einfacher Rotlichtverstoß

Ein einfacher Rotlichtverstoß liegt vor, wenn die Ampel beim Überfahren der Haltelinie weniger als eine Sekunde rot war. Das ist der häufigste Fall im Stadtverkehr, oft aus Unachtsamkeit („noch schnell bei Gelb rüber“).

Im Regelfall ohne Gefährdung kostet das 90 Euro und 1 Punkt in Flensburg. Ein Fahrverbot droht normalerweise nicht – es sei denn, andere werden gefährdet oder es kommt zu einem Unfall. Dann steigt das Bußgeld auf bis zu 240 Euro mit Fahrverbot.

Einfacher Rotlichtverstoß (unter 1 Sekunde)
VerstoßBußgeldPunkteFahrverbot
unter 1 Sekunde rot90 €1–
… mit Gefährdung200 €21 Monat
… mit Sachbeschädigung240 €21 Monat

Strafen qualifizierter Rotlichtverstoß

War die Ampel bereits länger als eine Sekunde rot, spricht man vom qualifizierten Rotlichtverstoß. Er gilt als grobe Pflichtverletzung, weil der Querverkehr in der Regel schon Grün hat.

Die Folgen: mindestens 200 Euro, 2 Punkte und in der Regel ein Fahrverbot von einem Monat.

Wichtig: Wer grob verkehrswidrig und rücksichtslos fährt und dabei Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, kann sich sogar strafbar machen (§ 315c StGB, Gefährdung des Straßenverkehrs). Dann drohen Geld- oder Freiheitsstrafe und der Entzug der Fahrerlaubnis.

Qualifizierter Rotlichtverstoß (über 1 Sekunde)
VerstoßBußgeldPunkteFahrverbot
über 1 Sekunde rot200 €21 Monat
… mit Gefährdung320 €21 Monat
… mit Sachbeschädigung360 €21 Monat

Zzgl. Gebühren und Auslagen der Behörde (Gebühr mind. 25 € plus 3,50 € Zustellung).

Rote Ampel mit Grünpfeil überfahren

Ein häufiger Irrtum: Das Schild mit dem grünen Pfeil erlaubt kein freies Abbiegen wie bei einer grünen Ampel. Rechtlich wirkt der Grünpfeil wie ein Stoppschild.

Sie müssen an der Haltelinie vollständig anhalten, sich vergewissern, dass Querverkehr und Fußgänger nicht behindert werden, und dürfen erst dann abbiegen (§ 37 Abs. 2 StVO). Wer einfach langsam durchrollt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Grünpfeil-Verstoß
VerstoßBußgeldPunkteFahrverbot
abgebogen ohne anzuhalten70 €1–
… mit Gefährdung100 €1–
… mit Sachbeschädigung120 €1–
Gilt auch 2026

Die Regelsätze für Rotlichtverstöße gelten 2026 unverändert. Eine Erhöhung der Bußgelder für Ampelverstöße ist derzeit nicht beschlossen.

Unterschied: Einfacher vs. qualifizierter Verstoß

Entscheidend ist, wie lange die Rotphase beim Überfahren der Haltelinie bereits andauerte. Gemessen wird das über Induktionsschleifen in der Fahrbahn oder zunehmend über Laser- und Kamerasysteme, die festhalten, wie viele Sekundenbruchteile seit dem Umschalten auf Rot vergangen sind.

Die rechtliche Grundlage liefert die Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV):

  • Einfacher Rotlichtverstoß (Nr. 132 BKat): Die Ampel war kürzer als 1 Sekunde rot. Hier geht man oft von einem Augenblicksversagen oder einer falschen Einschätzung der Gelbphase aus.
    Folge: 90 Euro Bußgeld und 1 Punkt.
  • Qualifizierter Rotlichtverstoß (Nr. 132.3 BKat): Die Rotphase dauerte bereits länger als 1 Sekunde. Das gilt als grobe Pflichtverletzung, weil die Unfallgefahr deutlich steigt.
    Folge: 200 Euro, 2 Punkte und in der Regel 1 Monat Fahrverbot.

Wichtig zur Abgrenzung: Für einen Rotlichtverstoß muss man in den geschützten Kreuzungsbereich einfahren. Wer nur die Haltelinie überfährt, aber davor zum Stehen kommt, begeht lediglich einen Haltelinienverstoß (10 Euro Verwarnungsgeld).

Was gilt für Radfahrer und Fußgänger?

Auch Radfahrer sammeln Punkte in Flensburg, wenn sie rote Ampeln missachten. Die Bußgelder beginnen bei 60 Euro und einem Punkt.

Fußgänger kommen meist mit einem Verwarnungsgeld von 5 Euro davon, bei Gefährdung oder Unfall sind es 10 Euro.

Fahranfänger: Das droht in der Probezeit

Für Fahranfänger ist ein Rotlichtverstoß besonders folgenreich, denn er gilt immer als A-Verstoß:

  • Die Probezeit verlängert sich um 2 auf insgesamt 4 Jahre.
  • Ein kostenpflichtiges Aufbauseminar wird angeordnet.

Bußgeldbescheid: Wann sich ein Einspruch lohnt

Nach einem Ampelblitzer kommt zuerst ein Anhörungs- oder Zeugenfragebogen, später der Bußgeldbescheid. Gegen den Bußgeldbescheid können Sie innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch einlegen. Typische Fehlerquellen bei Ampelblitzern sind:

  • die Messung der Rotphase (Eichung, Messprotokoll),
  • eine schlechte Bildqualität, sodass der Fahrer nicht erkennbar ist,
  • die Ampelschaltung, etwa eine zu kurze Gelbphase.

Nutzen Sie unseren kostenlosen Bußgeldcheck, um Ihren Fall unverbindlich prüfen zu lassen.

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