10 km/h zu schnell: Was kostet das – und gibt es einen Punkt?
Wer bis zu 10 km/h zu schnell war, kommt glimpflich davon: Innerorts kostet das 30 €, außerorts 20 €. Einen Punkt gibt es nicht, und weil es sich um ein Verwarnungsgeld handelt, kommen auch keine Gebühren dazu – solange Sie rechtzeitig zahlen.
- Kein Punkt in Flensburg
- Kein Fahrverbot
- Verwarnungsgeld: keine Gebühren, wenn Sie fristgerecht zahlen
- Kein Punkt in Flensburg
- Kein Fahrverbot
- Verwarnungsgeld: keine Gebühren, wenn Sie fristgerecht zahlen
Regelsätze des Bußgeldkatalogs für Pkw und Motorrad, Ersttäter, fahrlässig. Gebühr: 5 % der Geldbuße, mindestens 25 €, plus 3,50 € Zustellung. Bis 55 € handelt es sich um ein Verwarnungsgeld ohne Gebühren.
Verwarnungsgeld statt Bußgeldbescheid
Bis 55 € spricht man nicht von einem Bußgeld, sondern von einem Verwarnungsgeld. Statt eines Bescheids bekommen Sie ein Verwarnungsgeldangebot mit einer Zahlungsfrist, meist von einer Woche. Zahlen Sie rechtzeitig, ist die Sache erledigt: keine Gebühren, kein Eintrag in Flensburg, kein weiteres Verfahren.
Lassen Sie die Frist dagegen verstreichen, leitet die Behörde ein Bußgeldverfahren ein. Der Betrag bleibt gleich, es kommen aber mindestens 28,50 € Gebühren und Auslagen hinzu. Aus 30 € werden so schnell 58,50 €.
Toleranz: Wie schnell waren Sie wirklich?
Der Wert im Schreiben ist nicht der gemessene. Vom Messwert zieht die Behörde zu Ihren Gunsten eine Toleranz ab – bis 100 km/h pauschal 3 km/h, darüber 3 %. Wer innerorts bei Tempo 50 mit 63 km/h gemessen wurde, war offiziell also 10 km/h zu schnell.
| Erlaubt | Gemessen | Nach Toleranz | Es gilt |
|---|---|---|---|
| 30 km/h | 43 km/h | 40 km/h | innerorts |
| 50 km/h | 63 km/h | 60 km/h | innerorts |
| 70 km/h | 83 km/h | 80 km/h | außerorts |
| 100 km/h | 114 km/h | 110 km/h | außerorts |
| 120 km/h | 135 km/h | 130 km/h | außerorts |
Toleranzabzug: bis 100 km/h Messwert 3 km/h, darüber 3 % (zu Ihren Gunsten aufgerundet). Ob innerorts oder außerorts gilt, hängt vom Ort ab – nicht vom Tempolimit.
Probezeit: kein A-Verstoß
Auch Fahranfänger können durchatmen. Eine Überschreitung um 10 km/h ist in der Probezeit kein A-Verstoß, ein Aufbauseminar oder eine längere Probezeit drohen deshalb nicht. Das ändert sich erst ab 21 km/h zu schnell.
Lohnt sich ein Einspruch?
Ehrlich gesagt: kaum. Gegen ein Verwarnungsgeld gibt es keinen Einspruch im eigentlichen Sinn. Sie können das Angebot nur ablehnen – dann beginnt ein reguläres Bußgeldverfahren mit Gebühren, und das rechnet sich bei 20 oder 30 € so gut wie nie.
Anders ist es, wenn Sie gar nicht selbst gefahren sind. Als Halter müssen Sie den Fahrer nicht benennen. Eine Fahrtenbuchauflage kommt bei Verstößen ohne Punkt in der Regel nicht in Betracht. Mehr dazu unter Zeugenfragebogen.
Häufige Fragen: 10 km/h zu schnell
Gibt es bei 10 km/h zu schnell einen Punkt?
Nein. Punkte gibt es bei Geschwindigkeitsverstößen erst ab 21 km/h zu schnell.
Was kostet 10 km/h zu schnell?
Innerorts 30 €, außerorts 20 €. Es handelt sich um ein Verwarnungsgeld – wer fristgerecht zahlt, zahlt keine Gebühren.
Was passiert, wenn ich das Verwarnungsgeld nicht zahle?
Dann folgt ein Bußgeldverfahren. Zum Betrag kommen mindestens 28,50 € Gebühren und Auslagen.
Gelten die Sätze auch für Motorräder?
Ja, für Pkw und Motorräder gelten dieselben Sätze. Für Lkw, Busse und Gespanne sieht der Katalog höhere Beträge vor.
Alle Stufen im Überblick finden Sie in der Bußgeldtabelle für Geschwindigkeitsüberschreitungen. Für Lkw, Wohnmobile über 3,5 t und Gespanne gelten strengere Sätze.