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Bußgeldkatalog 2026
Bußgeldkatalog 2026

Bußgeldkatalog Handy am Steuer 2026

Von Rechtsanwalt Andreas Junge Stand:

Die aktuellen Strafen für einen Handyverstoß mit und ohne Gefährdung laut Bußgeldkatalog 2026. Auch Blitzer-Apps und Radfahrer sind betroffen.

Auf einen Blick

100 € + 1 PunktHandy oder anderes Gerät als Fahrer in der Hand benutzt
1 Monat Fahrverbotbei Gefährdung (150 €) oder Sachbeschädigung (200 €), jeweils 2 Punkte
+2 Jahre ProbezeitFahranfänger: A-Verstoß mit Aufbauseminar

Bußgeldtabelle: Handy am Steuer 2026

Handy am Steuer (Regelsätze)
VerstoßBußgeldPunkteFahrverbot
Handy als Fahrer benutzt100 €1–
… mit Gefährdung anderer150 €21 Monat
… mit Sachbeschädigung200 €21 Monat
Blitzer-App benutzt75 €1–
Handy auf dem Fahrrad55 €––

Zzgl. Gebühren und Auslagen der Behörde (Gebühr mind. 25 € plus 3,50 € Zustellung).

Handy am Steuer: Was ist verboten?

Das Verbot geht über das bloße Telefonieren hinaus. Fahrer dürfen Smartphones und andere elektronische Geräte nicht bedienen, wenn sie diese dafür in der Hand halten. Das umfasst auch das Schreiben oder Lesen von Nachrichten, das Ablesen der Uhrzeit oder sogar das Ablehnen eines Anrufs.

Erlaubt ist die Benutzung nur, wenn das Fahrzeug steht und der Motor komplett ausgeschaltet ist (die Start-Stopp-Automatik reicht nicht) oder wenn das Gerät in einer Halterung steckt. Auch dann darf der Blick nur kurz zum Display gehen. Das Verbot gilt übrigens auch für Radfahrer.

Welche Geräte fallen unter das Verbot?

Das Verbot umfasst alle elektronischen Geräte, die der Kommunikation, Information oder Organisation dienen. Dazu gehören nicht nur Handys und Smartphones, sondern auch:

  • Tablets und Laptops
  • Smartwatches (wenn sie bedient werden)
  • Navigationsgeräte und Diktiergeräte
  • E-Book-Reader und MP3-Player
  • elektronische Schlüssel mit Display-Funktion

Entscheidend ist für die Gerichte weniger die Art des Geräts als die Ablenkung, die durch die Bedienung entsteht.

Handy am Steuer in der Probezeit

Für Fahranfänger in der Probezeit gilt der Handyverstoß als A-Verstoß. Das hat weitreichende Folgen:

  • ein Bußgeld von mindestens 100 Euro und ein Punkt in Flensburg
  • die Verlängerung der Probezeit um zwei auf insgesamt vier Jahre
  • die Anordnung eines kostenpflichtigen Aufbauseminars

Interessante Urteile zum Handyverbot

Gerichte haben die Auslegung des Handyverbots immer wieder präzisiert. So gilt das Verbot auch, wenn:

  • das Handy zwischen Ohr und Schulter eingeklemmt ist (OLG Köln),
  • ein Paketscanner oder ein elektronischer Fahrzeugschlüssel mit Display bedient wird (OLG Hamm),
  • man ein auf dem Oberschenkel abgelegtes Handy benutzt (BayObLG).

Die Gerichte bestätigen damit: Jede Benutzung, die ablenkt, ist verboten.

Das Handyverbot im Ausland

Auch in anderen europäischen Ländern wird die Handynutzung am Steuer streng geahndet. Die Bußgelder liegen oft deutlich über den deutschen. Wer im Urlaub mit dem Auto unterwegs ist, sollte die lokalen Regeln kennen – mehr dazu in unseren Reise-News.

Bußgeldbescheid: Wann sich ein Einspruch lohnt

Gegen einen Bußgeldbescheid wegen Handy am Steuer können Sie innerhalb von zwei Wochen Einspruch einlegen. Sinnvoll ist das besonders, wenn:

  • Sie das Gerät nicht gehalten oder bedient haben,
  • das Beweisfoto die Benutzung nicht eindeutig zeigt,
  • Sie zum Zeitpunkt des Verstoßes nicht gefahren sind.

Nutzen Sie für eine kostenlose Ersteinschätzung unseren Bußgeldcheck. Ein Anwalt prüft unverbindlich, ob ein Einspruch in Ihrem Fall Aussicht auf Erfolg hat.

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