20 km/h zu schnell: Bußgeld – aber noch kein Punkt
Mit 20 km/h zu viel sind Sie gerade noch an einem Punkt vorbeigekommen: Innerorts kostet das 70 €, außerorts 60 €, dazu kommen Gebühren. Schon bei 21 km/h gäbe es einen Punkt in Flensburg – und in der Probezeit deutlich mehr Ärger.
- Kein Punkt in Flensburg
- Kein Fahrverbot
- Gesamt mit Gebühren: 98,50 €
- Kein Punkt in Flensburg
- Kein Fahrverbot
- Gesamt mit Gebühren: 88,50 €
Regelsätze des Bußgeldkatalogs für Pkw und Motorrad, Ersttäter, fahrlässig. Gebühr: 5 % der Geldbuße, mindestens 25 €, plus 3,50 € Zustellung. Bis 55 € handelt es sich um ein Verwarnungsgeld ohne Gebühren.
Warum 20 km/h die wichtigste Grenze ist
Kaum ein Wert wird so oft gesucht wie dieser, und das hat einen Grund: Bei 20 km/h endet die Stufe ohne Punkte. Ab 21 km/h sieht der Bußgeldkatalog 115 € innerorts bzw. 100 € außerorts vor – und erstmals einen Punkt, der zweieinhalb Jahre im Fahreignungsregister steht.
Steht in Ihrem Schreiben 20 km/h, ist der Toleranzabzug bereits berücksichtigt. Sie haben die Grenze also sicher unterschritten. Steht dort dagegen 21 km/h, kann schon ein einziger km/h weniger den Punkt verhindern – dann lohnt sich der genaue Blick auf die Messung.
Was Sie insgesamt zahlen
70 € und 60 € liegen über der Grenze von 55 €. Es ist deshalb kein Verwarnungsgeld mehr, sondern ein Bußgeld, und die Behörde erhebt eine Gebühr von 25 € plus 3,50 € für die Zustellung. Innerorts zahlen Sie damit 98,50 €, außerorts 88,50 €. Wer das Geld nicht auf einmal aufbringen kann, kann bei der Behörde Ratenzahlung beantragen.
Welcher Messwert steckt dahinter?
In einer Tempo-30-Zone genügt ein Messwert von 53 km/h, bei Tempo 50 sind es 73 km/h. Die übrigen Werte zeigt die Tabelle:
| Erlaubt | Gemessen | Nach Toleranz | Es gilt |
|---|---|---|---|
| 30 km/h | 53 km/h | 50 km/h | innerorts |
| 50 km/h | 73 km/h | 70 km/h | innerorts |
| 70 km/h | 93 km/h | 90 km/h | außerorts |
| 100 km/h | 124 km/h | 120 km/h | außerorts |
| 120 km/h | 145 km/h | 140 km/h | außerorts |
Toleranzabzug: bis 100 km/h Messwert 3 km/h, darüber 3 % (zu Ihren Gunsten aufgerundet). Ob innerorts oder außerorts gilt, hängt vom Ort ab – nicht vom Tempolimit.
Probezeit: knapp kein A-Verstoß
Für Fahranfänger ist die 20 die entscheidende Grenze. Bis hierhin bleibt es beim Bußgeld. Ab 21 km/h ist die Überschreitung ein A-Verstoß: Dann folgen ein Aufbauseminar und die Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre.
Lohnt sich ein Einspruch?
Bei 20 km/h droht weder ein Punkt noch ein Fahrverbot, ein Einspruch rechnet sich deshalb nur selten. Anders ist es, wenn im Bescheid 21 km/h oder mehr stehen: Dann geht es um einen Punkt und für Fahranfänger um die Probezeit. In diesem Fall können Sie den Bescheid im Bußgeldcheck kostenlos prüfen lassen.
Häufige Fragen: 20 km/h zu schnell
Gibt es bei 20 km/h zu schnell einen Punkt?
Nein. Der erste Punkt kommt ab 21 km/h zu schnell. Bei 20 km/h bleibt es bei 70 € innerorts bzw. 60 € außerorts.
Was kostet 20 km/h zu schnell insgesamt?
Innerorts 70 € plus 28,50 € Gebühren und Auslagen, also 98,50 €. Außerorts 60 € plus 28,50 €, also 88,50 €.
Ist 20 km/h zu schnell in der Probezeit ein A-Verstoß?
Nein. Ein A-Verstoß liegt erst ab 21 km/h zu schnell vor.
Ist die Toleranz schon abgezogen?
Ja. Die Überschreitung im Anhörungsbogen oder Bescheid ist der Wert nach Toleranzabzug. Gemessen wurde mehr.
Alle Stufen im Überblick finden Sie in der Bußgeldtabelle für Geschwindigkeitsüberschreitungen. Für Lkw, Wohnmobile über 3,5 t und Gespanne gelten strengere Sätze.