Mobiler Blitzer: Stativ, Messauto und Laserpistole
Heute an der Landstraße, morgen vor der Schule: Mobile Blitzer sind dort, wo man sie nicht erwartet. Hinter dem Begriff stecken ganz unterschiedliche Geräte – vom Kasten auf dem Stativ bis zur Laserpistole. Was sie gemeinsam haben: Bei jedem Aufbau können Fehler passieren.
Auf einen Blick
Die Formen mobiler Messung
- Stativ am Straßenrand: Ein Messgerät steht auf einem niedrigen Stativ, die Kamera daneben oder im Messfahrzeug. Typisch sind die Lichtschranken von ESO, PoliScan Speed oder der Radar-Blitzer Multanova 6F.
- Messfahrzeug: Das Gerät ist in einem geparkten Fahrzeug eingebaut und misst durch eine Scheibe.
- Laserpistole: Ein Polizist zielt von Hand auf einzelne Fahrzeuge, danach wird angehalten – mehr dazu beim Laserblitzer.
- Nachfahren: Ein ziviles Polizeiauto folgt und filmt, etwa mit ProViDa.
- Blitzeranhänger: eine Zwischenform – mobil, aber tagelang am selben Ort. Siehe Blitzeranhänger.
Wer mobil misst
Mobile Messungen machen sowohl die Polizei als auch die Kommunen. Die Polizei misst vor allem außerorts und auf Autobahnen, die Städte und Gemeinden innerorts. Viele Behörden veröffentlichen ihre geplanten Messstellen vorab – verpflichtet sind sie dazu nicht.
Worauf es bei mobilen Messungen ankommt
Bei einem fest installierten Blitzer wird der Aufbau einmal eingemessen. Bei mobilen Geräten muss alles bei jedem Einsatz neu stimmen: Ausrichtung zur Fahrbahn, Abstände, Höhe, Funktionstest. Deshalb ist das Messprotokoll so wichtig. Es muss den Aufbau, den Test vor Messbeginn, die Uhrzeiten und den geschulten Messbeamten dokumentieren. Lücken darin sind häufige Ansatzpunkte – genauso wie eine Messstelle direkt hinter einem Tempolimit-Schild.
Blitzer-Apps und Radarwarner
Geräte und Apps, die Blitzer anzeigen, dürfen während der Fahrt nicht betrieben werden (§ 23 Abs. 1c StVO). Wer erwischt wird, zahlt 75 Euro und bekommt einen Punkt. Warnungen im Radio sind dagegen erlaubt.
Weitere Blitzerarten & Geräte
- ÜbersichtAlle Blitzerarten & MessgeräteWie gemessen wird, welche Geräte es gibt und wo die Fehler liegen.
- BlitzerartLaserblitzerLaserscanner und Laserpistole: Messung über die Laufzeit von Lichtimpulsen.
- BlitzerartLichtschrankeMehrere Lichtsensoren messen die Zeit, die ein Fahrzeug zwischen ihnen braucht.
- BlitzerartRadarblitzerDer Klassiker: Messung über die Frequenzverschiebung reflektierter Radarwellen.
- BlitzerartSensorblitzerPiezosensoren oder Induktionsschleifen in der Fahrbahn – stationär und unsichtbar.
- BlitzerartVideomessungNachfahren mit Video im Polizeifahrzeug und Abstandsmessung von der Brücke.
Häufige Fragen zum mobilen Blitzer
Welche mobilen Blitzer gibt es?
Messgeräte auf dem Stativ am Straßenrand, Messfahrzeuge, Laserpistolen, Videonachfahrsysteme im zivilen Polizeiauto und Blitzeranhänger, die mehrere Tage am selben Ort stehen.
Müssen mobile Blitzer angekündigt werden?
Nein. Viele Behörden veröffentlichen ihre Messstellen freiwillig, eine Pflicht dazu gibt es nicht.
Sind mobile Blitzer ungenauer als feste?
Nicht grundsätzlich. Die Toleranz ist bei den meisten Geräten dieselbe. Weil der Aufbau aber jedes Mal neu erfolgt, gibt es mehr mögliche Fehlerquellen.
Darf ich eine Blitzer-App nutzen?
Nicht während der Fahrt. Das kostet 75 Euro und einen Punkt. Warnungen im Radio sind erlaubt.
Lohnt sich ein Einspruch gegen eine mobile Messung?
Oft lohnt sich der Blick ins Messprotokoll. Ob Aufbau, Test und Dokumentation stimmen, zeigt die Akte.