Radarblitzer: So misst der Klassiker
Radar ist die älteste Technik der Tempoüberwachung – der klassische Starenkasten hat jahrzehntelang mit Radar gemessen. Heute haben Laser und Lichtschranke vielerorts übernommen, verschwunden ist das Radar aber nicht. Wie es misst und wo die Schwächen liegen.
Auf einen Blick
So funktioniert die Radarmessung
Ein Radargerät sendet elektromagnetische Wellen aus. Trifft der Strahl auf ein Fahrzeug, wird er reflektiert – und zwar mit einer leicht veränderten Frequenz, je nachdem, wie schnell sich das Fahrzeug bewegt. Das ist der Doppler-Effekt, den man auch vom Martinshorn kennt, das beim Näherkommen höher klingt. Aus der Frequenzverschiebung berechnet das Gerät die Geschwindigkeit.
Weil der Radarstrahl schräg auf die Fahrbahn trifft, muss das Gerät in einem genau festgelegten Winkel zur Straße stehen. Stimmt der Winkel nicht, stimmt auch der Messwert nicht.
Wo Radar noch misst
Radargeräte gibt es mobil auf dem Stativ, im Messfahrzeug oder in Spezialbehältern, und fest installiert in älteren Starenkästen. Die Polizei setzt eher mobile Geräte ein, Kommunen eher stationäre Anlagen. Neue Anlagen arbeiten heute meist mit Laser – viele Radargeräte sind aber noch im Bestand.
Radarblitzer: die Geräte
- MessgerätMultanova 6FMobiles Radargerät, seit Jahrzehnten im Einsatz.
- MessgerätTraffipax SpeedoPhotÄlteres Radargerät, mobil und stationär.
Typische Fehlerquellen
- Aufstellwinkel: Das Gerät muss parallel zur Straße ausgerichtet und im vorgeschriebenen Winkel aufgestellt sein.
- Reflexionen: Verkehrsschilder, Leitplanken, Gebäude oder große Fahrzeuge können den Strahl ablenken. Dann kann der Messwert einem falschen Fahrzeug zugeordnet werden.
- Spurwechsel: Die Messung setzt voraus, dass das Fahrzeug geradeaus fährt. Bei Spurwechseln oder Überholvorgängen kann der Winkel nicht mehr stimmen.
- Zwei Fahrzeuge: Sind mehrere Fahrzeuge im Messbereich, ist die Zuordnung zu prüfen.
- Eichung: Das Gerät muss gültig geeicht und vor der Messung geprüft worden sein.
Weitere Blitzerarten & Geräte
- ÜbersichtAlle Blitzerarten & MessgeräteWie gemessen wird, welche Geräte es gibt und wo die Fehler liegen.
- BlitzerartLaserblitzerLaserscanner und Laserpistole: Messung über die Laufzeit von Lichtimpulsen.
- BlitzerartLichtschrankeMehrere Lichtsensoren messen die Zeit, die ein Fahrzeug zwischen ihnen braucht.
- BlitzerartSensorblitzerPiezosensoren oder Induktionsschleifen in der Fahrbahn – stationär und unsichtbar.
- BlitzerartVideomessungNachfahren mit Video im Polizeifahrzeug und Abstandsmessung von der Brücke.
- BlitzerartHandyblitzerKameras mit KI erkennen das Handy am Steuer.
Häufige Fragen zum Radarblitzer
Wie funktioniert ein Radarblitzer?
Er sendet Radarwellen aus, die vom Fahrzeug reflektiert werden. Je nach Geschwindigkeit ändert sich dabei die Frequenz (Doppler-Effekt). Aus dieser Veränderung berechnet das Gerät das Tempo.
Gibt es noch Radarblitzer?
Ja, mobil und in älteren fest installierten Anlagen. Neue Anlagen arbeiten aber überwiegend mit Laser.
Können Radarblitzer falsch messen?
Ja, vor allem bei falschem Aufstellwinkel, Reflexionen an Schildern oder Gebäuden und bei Spurwechseln im Messbereich.
Helfen Radarwarner?
Radarwarner sind in Deutschland verboten. Wer damit erwischt wird, zahlt 75 Euro und bekommt einen Punkt. Gegen Laser, Lichtschranken und Sensoren helfen sie ohnehin nicht.
Wie viel Toleranz gibt es?
Bei den gängigen Geräten 3 km/h bis 100 km/h, darüber 3 Prozent.