ProViDa: Geblitzt vom zivilen Polizeiauto
Kein Blitz, kein Kasten am Straßenrand: Bei ProViDa fährt ein ziviles Polizeiauto hinter Ihnen her und filmt. Erst an der nächsten Raststätte oder per Post erfahren Sie, dass Sie gemessen wurden. Wie das System arbeitet und wo es angreifbar ist.
Steckbrief
- Technik
- Videomessung im Fahrzeug
- Einsatz
- ziviles Polizeifahrzeug, oft auf Autobahnen
- Auswertung
- direkt im Fahrzeug oder später per Software (ViDistA)
- Toleranz
- in der Regel 5 km/h bis 100 km/h, darüber 5 %
- Kalibrierung
- Wegstreckenzähler des Fahrzeugs, nach Reifenwechsel neu
So misst ProViDa
ProViDa ist eine Videoanlage im Polizeifahrzeug, gekoppelt mit einem geeichten Wegstreckenzähler. Je nach Situation gibt es verschiedene Messarten:
- Nachfahren mit gleichbleibendem Abstand: Das Polizeiauto hält den Abstand konstant – dann ist seine Geschwindigkeit die des vorausfahrenden Fahrzeugs.
- Nachfahren mit wechselndem Abstand: Der Beamte legt einen Start- und einen Endpunkt fest, etwa einen Leitpfosten; aus Weg und Zeit wird die Geschwindigkeit berechnet.
- Stationäre Messung: Die Zeit für eine bekannte Strecke wird gemessen.
- Auswertung per Software: Mit ViDistA wird das Video nachträglich ausgewertet.
Höhere Toleranz
Weil beim Nachfahren mehr Unsicherheiten im Spiel sind als bei einem fest aufgebauten Gerät, ziehen die Behörden in der Regel 5 km/h bis 100 km/h und darüber 5 Prozent ab. Fehlt das Video oder war der Tacho nicht geeicht, können es deutlich mehr sein.
Typische Fehlerquellen
- Kalibrierung: Nach einem Reifenwechsel muss der Wegstreckenzähler neu kalibriert werden. Auch Reifendruck und Profiltiefe beeinflussen das Ergebnis.
- Messstrecke zu kurz: Nach der Rechtsprechung braucht es je nach Tempo eine Mindeststrecke – auf Autobahnen deutlich mehr als innerorts.
- Abstand nicht konstant: Wird der Abstand beim Nachfahren kleiner, war das Polizeiauto schneller als Sie – dann ist sein Tachowert zu hoch und darf Ihnen nicht angelastet werden.
- Start- und Endpunkt: falsch gewählt oder vertauscht.
- Kamera: Position verändert, ohne die Dokumentation neu zu starten.
Weitere Blitzerarten & Geräte
- ÜbersichtAlle Blitzerarten & MessgeräteWie gemessen wird, welche Geräte es gibt und wo die Fehler liegen.
- BlitzerartVideomessungNachfahren mit Video im Polizeifahrzeug und Abstandsmessung von der Brücke.
- MessgerätVKSAbstandsmessung per Video von der Autobahnbrücke.
- BlitzerartLaserblitzerLaserscanner und Laserpistole: Messung über die Laufzeit von Lichtimpulsen.
- BlitzerartLichtschrankeMehrere Lichtsensoren messen die Zeit, die ein Fahrzeug zwischen ihnen braucht.
- BlitzerartRadarblitzerDer Klassiker: Messung über die Frequenzverschiebung reflektierter Radarwellen.
Häufige Fragen zu ProViDa
Was ist ProViDa?
Ein Videosystem im zivilen Polizeifahrzeug, mit dem die Polizei beim Hinterherfahren die Geschwindigkeit misst und aufzeichnet.
Wie viel Toleranz wird bei ProViDa abgezogen?
In der Regel 5 km/h bis 100 km/h, darüber 5 Prozent.
Wie lang muss die Messstrecke sein?
Das hängt von der Geschwindigkeit ab. Auf Autobahnen verlangt die Rechtsprechung deutlich längere Strecken als innerorts. Ob die Strecke reichte, zeigt das Video.
Was ist ViDistA?
Eine Software, mit der das ProViDa-Video nachträglich ausgewertet wird – etwa wenn der Abstand beim Nachfahren nicht gleich blieb.
Lohnt sich ein Einspruch?
Häufig, denn beim Nachfahren gibt es mehr Fehlerquellen als bei fest aufgebauten Geräten. Entscheidend ist das Video.