Rotlichtblitzer: So erwischt die Ampel Rotsünder
Ein Rotlichtblitzer misst nicht das Tempo, sondern die Zeit: Wie lange war die Ampel schon rot, als Sie über die Haltelinie gefahren sind? Ab einer Sekunde wird es richtig teuer – deshalb kommt es auf Zehntelsekunden an.
Auf einen Blick
So funktioniert der Ampelblitzer
Rotlichtblitzer sind mit der Ampelschaltung verbunden und werden erst scharf, wenn die Ampel rot zeigt. In der Fahrbahn liegen meist Induktionsschleifen – eine an der Haltelinie, eine weitere dahinter. Überfährt ein Fahrzeug bei Rot die Haltelinie, entsteht das erste Foto, beim Einfahren in den Kreuzungsbereich das zweite. Auf beiden ist eingeblendet, wie lange die Ampel schon rot war.
Das zweite Foto ist wichtig: Wer die Haltelinie zwar überfahren, aber noch vor der Kreuzung angehalten hat, begeht keinen Rotlichtverstoß, sondern nur einen Haltelinienverstoß – deutlich günstiger. Moderne Anlagen arbeiten auch mit Laserscannern wie dem PoliScan FM1, der Tempo und Rotlicht kombiniert überwachen kann.
Warum eine Sekunde so viel ausmacht
War die Ampel weniger als eine Sekunde rot, kostet das im Auto 90 € und einen Punkt. Ab einer Sekunde ist es ein qualifizierter Rotlichtverstoß: 200 €, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Was Ihr Fall kostet, zeigt der Rotlicht-Rechner; alle Beträge finden Sie unter Rotlichtverstoß.
Typische Prüfpunkte
- Rotzeit: Ob die Ampel wirklich länger als eine Sekunde rot war, hängt an der Lage der Schleifen und der Auswertung beider Fotos.
- Gelbphase: Nach den Richtlinien für Lichtsignalanlagen soll Gelb bei Tempo 50 drei Sekunden dauern, bei 60 vier und bei 70 fünf Sekunden. Ist die Gelbphase zu kurz, ist das ein wichtiger Ansatzpunkt.
- Haltelinie: Wo genau die Haltelinie liegt und ob sie gut erkennbar war, beeinflusst die Rechnung.
- Zweites Foto: Fehlt es oder zeigt es das Fahrzeug nicht im Kreuzungsbereich, kann ein Rotlichtverstoß fraglich sein.
- Wartung und Eichung: Anlage und Ampelsteuerung müssen ordnungsgemäß gewartet sein.
Weitere Blitzerarten & Geräte
- ÜbersichtAlle Blitzerarten & MessgeräteWie gemessen wird, welche Geräte es gibt und wo die Fehler liegen.
- BlitzerartLaserblitzerLaserscanner und Laserpistole: Messung über die Laufzeit von Lichtimpulsen.
- BlitzerartLichtschrankeMehrere Lichtsensoren messen die Zeit, die ein Fahrzeug zwischen ihnen braucht.
- BlitzerartRadarblitzerDer Klassiker: Messung über die Frequenzverschiebung reflektierter Radarwellen.
- BlitzerartSensorblitzerPiezosensoren oder Induktionsschleifen in der Fahrbahn – stationär und unsichtbar.
- BlitzerartVideomessungNachfahren mit Video im Polizeifahrzeug und Abstandsmessung von der Brücke.
Häufige Fragen zum Rotlichtblitzer
Wie funktioniert ein Rotlichtblitzer?
Er ist mit der Ampel verbunden und wird bei Rot scharf. Schleifen in der Fahrbahn lösen an der Haltelinie und im Kreuzungsbereich je ein Foto aus. Darauf ist die Rotzeit eingeblendet.
Warum macht der Ampelblitzer zwei Fotos?
Das erste zeigt das Überfahren der Haltelinie, das zweite das Einfahren in die Kreuzung. Nur wer in die Kreuzung einfährt, begeht einen Rotlichtverstoß.
Was kostet es, wenn ich nur die Haltelinie überfahre?
Wer bei Rot über die Haltelinie fährt, aber vor der Kreuzung anhält, zahlt 10 € Verwarnungsgeld – ohne Punkt.
Wie lang muss die Gelbphase sein?
Nach den Richtlinien für Lichtsignalanlagen bei Tempo 50 drei Sekunden, bei 60 vier und bei 70 fünf Sekunden.
Lohnt sich ein Einspruch?
Gerade beim qualifizierten Rotlichtverstoß mit Fahrverbot lohnt der Blick auf Rotzeit, Gelbphase und beide Fotos.