Handyblitzer: Kameras gegen Handy am Steuer
Ein Blick aufs Handy, und schon ist es passiert – künftig auch ohne Polizeikontrolle. Handyblitzer fotografieren von der Autobahnbrücke durch die Frontscheibe und erkennen, ob der Fahrer ein Smartphone in der Hand hält. Rheinland-Pfalz setzt sie seit 2025 regulär ein.
Auf einen Blick
So funktioniert ein Handyblitzer
Eine hochauflösende Kamera hängt an einer Brücke und fotografiert schräg von oben durch die Frontscheibe. Eine Software erkennt, ob ein Mobiltelefon und eine typische Handhaltung zu sehen sind. Löst das System aus, sehen sich geschulte Polizeibeamte jedes Foto an – nicht jedes Bild ist eindeutig, und nicht jedes Gerät in der Hand ist ein Handy. Erst dann geht ein Verfahren los.
Wo gemessen wird
Vorreiter ist Rheinland-Pfalz. Nach einem Pilotprojekt 2022 in den Räumen Trier und Mainz hat das Land sein Polizeigesetz geändert und setzt die Monocam seit dem 1. März 2025 regulär ein, etwa auf der A60 bei Mainz und der A61 bei Gundheim. In den meisten anderen Ländern fehlt bislang eine entsprechende Rechtsgrundlage; einige prüfen den Einsatz. In den Niederlanden sind Handyblitzer schon länger regulär im Einsatz.
Handyblitzer: die Geräte
Was Handy am Steuer kostet
Wer mit dem Handy in der Hand erwischt wird, zahlt 100 Euro und bekommt einen Punkt. Mit Gefährdung sind es 150 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot, mit Sachbeschädigung 200 Euro. Alle Details lesen Sie unter Handy am Steuer.
Ohne Gesetz kein Bußgeld
Weil die Kamera jedes Fahrzeug fotografiert und ins Innere blickt, braucht der Einsatz eine gesetzliche Grundlage. Für die Pilotphase fehlte sie: Das OLG Koblenz hat deshalb einen Autofahrer freigesprochen, der 2022 bei Trier erwischt worden war – das Foto durfte nicht verwertet werden (Beschluss vom 10.10.2025, 2 ORbs 31 SsRs 158/23). Für Messungen seit der Gesetzesänderung im März 2025 gilt das so nicht mehr.
Weitere Blitzerarten & Geräte
- ÜbersichtAlle Blitzerarten & MessgeräteWie gemessen wird, welche Geräte es gibt und wo die Fehler liegen.
- BlitzerartLaserblitzerLaserscanner und Laserpistole: Messung über die Laufzeit von Lichtimpulsen.
- BlitzerartLichtschrankeMehrere Lichtsensoren messen die Zeit, die ein Fahrzeug zwischen ihnen braucht.
- BlitzerartRadarblitzerDer Klassiker: Messung über die Frequenzverschiebung reflektierter Radarwellen.
- BlitzerartSensorblitzerPiezosensoren oder Induktionsschleifen in der Fahrbahn – stationär und unsichtbar.
- BlitzerartVideomessungNachfahren mit Video im Polizeifahrzeug und Abstandsmessung von der Brücke.
Häufige Fragen zum Handyblitzer
Gibt es Handyblitzer in Deutschland?
Ja, in Rheinland-Pfalz. Dort ist die Monocam seit dem 1. März 2025 regulär im Einsatz, etwa auf der A60 bei Mainz und der A61 bei Gundheim.
Wie erkennt ein Handyblitzer das Handy?
Eine Kamera fotografiert von oben durch die Frontscheibe, eine Software erkennt Handy und Handhaltung. Jedes Foto wird anschließend von Polizeibeamten geprüft.
Was kostet es, wenn mich der Handyblitzer erwischt?
100 Euro und einen Punkt, mit Gefährdung 150 Euro, zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot.
Bin ich bei einer Messung aus der Pilotphase sicher?
Für die Pilotphase 2022 hat das OLG Koblenz entschieden, dass das Foto mangels Rechtsgrundlage nicht verwertet werden durfte. Für Messungen ab März 2025 gibt es eine Rechtsgrundlage.
Darf ich das Handy an der roten Ampel benutzen?
Nein, auch im stehenden Verkehr nicht – nur, wenn der Motor vollständig aus ist. Eine Start-Stopp-Automatik zählt nicht.