Infrarotblitzer: Geblitzt, ohne es zu merken
Kein roter Blitz, nichts gemerkt – und Wochen später kommt trotzdem Post. Viele moderne Blitzer arbeiten mit Infrarotlicht, das für das menschliche Auge unsichtbar ist. Ein eigenes Messverfahren ist das aber nicht.
Auf einen Blick
Was ein Infrarotblitzer ist
Der Begriff beschreibt nicht, wie gemessen wird, sondern wie das Foto entsteht. Statt eines sichtbaren Blitzes beleuchtet ein Infrarotblitz das Fahrzeug – mit Licht in einem Bereich, den das menschliche Auge nicht wahrnimmt. Gemessen wird dabei wie bei jedem anderen Blitzer: mit Laser, Radar oder Lichtschranke. Umgangssprachlich heißt das auch „Schwarzlichtblitzer“.
Warum Behörden darauf setzen
Ein greller Blitz kann blenden und erschrecken – besonders nachts und in Tunneln. Mit Infrarot entfällt dieses Risiko. Für die Behörden hat das einen Nebeneffekt: Viele Autofahrer merken gar nicht, dass sie gemessen wurden, und erfahren es erst mit dem Anhörungsbogen. In den Niederlanden arbeitet etwa die Abschnittskontrolle mit Infrarotfotos von hinten – mehr bei Section Control.
Reicht das Infrarotfoto?
Infrarotfotos sind meist schwarz-weiß. Ob der Fahrer darauf zu erkennen ist, hängt von Kamera, Abstand, Wetter und Lichtverhältnissen ab. Ist das Gesicht unscharf, verdeckt oder nur teilweise zu sehen, kann die Fahreridentifizierung ein Ansatzpunkt sein – bei Messungen von vorn wie bei sichtbarem Blitz. Bei Fotos von hinten ist ohnehin nur das Kennzeichen zu sehen; dann wird zunächst der Halter angeschrieben.
Typische Prüfpunkte
- Messgerät: Die Prüfpunkte richten sich nach der Technik dahinter – Laser, Radar oder Lichtschranke.
- Firmware und Eichung: Softwarestand und gültige Eichung müssen stimmen.
- Bildqualität: Ist der Fahrer eindeutig zu erkennen?
- Mehrspuriger Verkehr: Bei dichtem Verkehr ist die Zuordnung zu prüfen.
Weitere Blitzerarten & Geräte
- ÜbersichtAlle Blitzerarten & MessgeräteWie gemessen wird, welche Geräte es gibt und wo die Fehler liegen.
- BlitzerartLaserblitzerLaserscanner und Laserpistole: Messung über die Laufzeit von Lichtimpulsen.
- BlitzerartLichtschrankeMehrere Lichtsensoren messen die Zeit, die ein Fahrzeug zwischen ihnen braucht.
- BlitzerartRadarblitzerDer Klassiker: Messung über die Frequenzverschiebung reflektierter Radarwellen.
- BlitzerartSensorblitzerPiezosensoren oder Induktionsschleifen in der Fahrbahn – stationär und unsichtbar.
- BlitzerartVideomessungNachfahren mit Video im Polizeifahrzeug und Abstandsmessung von der Brücke.
Häufige Fragen zum Infrarotblitzer
Was ist ein Infrarotblitzer?
Ein Blitzer, der das Fahrzeug mit für das Auge unsichtbarem Infrarotlicht fotografiert. Gemessen wird ganz normal mit Laser, Radar oder Lichtschranke.
Woran merke ich, dass ich von einem Infrarotblitzer erwischt wurde?
Meist gar nicht. Viele erfahren erst durch den Anhörungsbogen oder den Bescheid davon.
Sind Infrarotfotos vor Gericht verwertbar?
Ja. Ob der Fahrer eindeutig erkennbar ist, ist aber wie bei jedem Blitzerfoto im Einzelfall zu prüfen.
Ist ein Schwarzlichtblitzer dasselbe wie ein Infrarotblitzer?
Ja, umgangssprachlich wird beides für Blitzer ohne sichtbaren Blitz verwendet.
Kann ich mich gegen ein unscharfes Infrarotfoto wehren?
Wenn der Fahrer nicht eindeutig zu erkennen ist, kann das ein Ansatzpunkt sein. Lassen Sie das Foto aus der Akte prüfen.