ESO ES 8.0: Der Nachfolger des ES 3.0
Der ES 8.0 ist der Nachfolger des bekannten ES 3.0 von ESO. Er misst nach demselben Prinzip mit optischen Sensoren am Fahrbahnrand. Für Betroffene interessant: Seit einem Software-Update 2020 speichert er keine Rohmessdaten mehr – und beim Kamera-Einsatz gibt es klare Regeln.
Steckbrief
- Hersteller
- ESO
- Technik
- Einseitensensor mit fünf optischen Sensoren
- Einsatz
- mobil, am Fahrbahnrand
- Zulassung
- Baumusterprüfung der PTB, 3. Revision Februar 2020
- Rohmessdaten
- seit Software 1.1.0.2 (Februar 2020) nicht mehr gespeichert
- Vorgänger
- ESO ES 3.0
So misst der ES 8.0
Wie sein Vorgänger arbeitet der ES 8.0 mit fünf optischen Sensoren in einem Gehäuse am Fahrbahnrand. Sie registrieren die Helligkeitsveränderung, wenn ein Fahrzeug vorbeifährt; aus dem bekannten Abstand der Sensoren und der gemessenen Zeit ergibt sich die Geschwindigkeit. Zusätzliche Sensoren bestimmen den Abstand des Fahrzeugs zum Gerät, damit klar ist, auf welchem Fahrstreifen gemessen wurde.
Keine Rohmessdaten seit 2020
Seit der Softwareversion 1.1.0.2 vom Februar 2020 speichert der ES 8.0 keine Rohmessdaten mehr. Eine Messung lässt sich deshalb im Nachhinein nur eingeschränkt durch einen Sachverständigen nachvollziehen. Die Gerichte sehen darin bisher keinen Verstoß gegen das faire Verfahren – das Oberlandesgericht Köln hat das ausdrücklich entschieden (1 RBs 371/22).
Hauptkamera und Funkkamera
Neben der geeichten Hauptkamera kann eine zusätzliche Funkkamera eingesetzt werden, etwa für Fotos von hinten. Nach der Gebrauchsanweisung muss das Beweisfoto aber von der geeichten Kamera stammen. Liegt nur ein Foto der ungeeichten Funkkamera vor, ist die Messung nach Ansicht des OLG Bamberg kein standardisiertes Messverfahren mehr.
Typische Fehlerquellen
- Eichung: abgelaufen oder nach einer Reparatur nicht erneuert.
- Funktionstest: Der Test vor Ort muss dokumentiert sein.
- Gebrauchsanweisung: etwa Beweisfoto nur von der Funkkamera.
- Messstelle: zu nah hinter einem Tempolimit-Schild.
- Schulung: Nachweis für den Messbeamten fehlt.
Was die Gerichte sagen
Das OLG Oldenburg behandelt den ES 8.0 bei ordnungsgemäßem Einsatz als standardisiertes Messverfahren (2 Ss (OWi) 233/19). Dass keine Rohmessdaten gespeichert werden, macht die Messung nach dem OLG Köln nicht unverwertbar. Entscheidend bleibt, ob Aufbau, Bedienung und Dokumentation der Gebrauchsanweisung entsprechen.
Weitere Blitzerarten & Geräte
- ÜbersichtAlle Blitzerarten & MessgeräteWie gemessen wird, welche Geräte es gibt und wo die Fehler liegen.
- BlitzerartLichtschrankeMehrere Lichtsensoren messen die Zeit, die ein Fahrzeug zwischen ihnen braucht.
- MessgerätESO ES 3.0Einseitensensor mit fünf optischen Sensoren.
- BlitzerartLaserblitzerLaserscanner und Laserpistole: Messung über die Laufzeit von Lichtimpulsen.
- BlitzerartRadarblitzerDer Klassiker: Messung über die Frequenzverschiebung reflektierter Radarwellen.
- BlitzerartSensorblitzerPiezosensoren oder Induktionsschleifen in der Fahrbahn – stationär und unsichtbar.
Häufige Fragen zum ESO ES 8.0
Was ist der Unterschied zwischen ES 3.0 und ES 8.0?
Der ES 8.0 ist der Nachfolger. Das Messprinzip mit optischen Sensoren am Fahrbahnrand ist gleich. Einen wichtigen Unterschied gibt es bei den Daten: Seit 2020 speichert der ES 8.0 keine Rohmessdaten mehr.
Speichert der ES 8.0 Rohmessdaten?
Nein, seit der Softwareversion 1.1.0.2 vom Februar 2020 nicht mehr. Die Gerichte halten das bisher für unschädlich.
Was hat es mit der Funkkamera auf sich?
Das Beweisfoto muss nach der Gebrauchsanweisung von der geeichten Hauptkamera stammen. Liegt nur ein Foto der ungeeichten Funkkamera vor, ist die Messung nicht mehr standardisiert.
Ist der ES 8.0 standardisiert?
Ja, bei ordnungsgemäßem Einsatz nach der Gebrauchsanweisung.
Wie viel Toleranz gibt es beim ES 8.0?
3 km/h bis 100 km/h, darüber 3 Prozent.