Lärmblitzer: Wo Lautstärke bald Geld kostet
Aufheulende Motoren, Klappenauspuff, nächtliches Posen: In Frankreich sollen Lärmblitzer künftig Bußgelder verhängen. In Deutschland gibt es dafür noch keine Rechtsgrundlage. Was Autofahrer und vor allem Motorradfahrer wissen sollten.
Auf einen Blick
So funktioniert ein Lärmblitzer
Ein Lärmblitzer misst nicht das Tempo, sondern die Lautstärke. Mehrere Mikrofone erfassen den Schall und bestimmen, aus welcher Richtung er kommt. Überschreitet ein Fahrzeug den Grenzwert, ordnet das System den Lärm dem Fahrzeug zu und fotografiert das Kennzeichen.
Frankreich: die „Méduse“
Entwickelt hat das bekannteste System die Pariser Umweltorganisation Bruitparif. Seit 2019 laufen Tests in Paris, Nizza, Toulouse, Bron, Rueil-Malmaison, Villeneuve-le-Roi, im Tal von Chevreuse und in rund 30 Gemeinden im Großraum Paris. Ein Ende 2025 veröffentlichtes Dekret regelt den Einsatz: Grenzwert sind 85 Dezibel auf Straßen mit Tempo 50, das Bußgeld beträgt 135 Euro, bei schneller Zahlung 90 Euro – Punkte gibt es nicht. Vor dem Echtbetrieb müssen die Geräte noch von der französischen Messbehörde zugelassen werden; außerdem sind Klagen beim Conseil d’État anhängig. Wann die ersten Bußgelder verschickt werden, ist deshalb noch offen.
Wer mit lautem Motorrad oder Sportauto nach Frankreich fährt, sollte das im Blick behalten. Mehr Regeln für unterwegs finden Sie in unserer Rubrik Reisen.
Deutschland: noch keine Lärmblitzer
In Deutschland fehlt für Lärmblitzer bisher eine Rechtsgrundlage. Lärm wird trotzdem geahndet – durch die Polizei vor Ort. Seit dem 9. November 2021 kosten unnötiger Lärm, vermeidbare Abgasbelästigung und unnützes Hin- und Herfahren bis zu 100 Euro. Wer seinen Auspuff manipuliert, riskiert zudem das Erlöschen der Betriebserlaubnis.
Weitere Blitzerarten & Geräte
- ÜbersichtAlle Blitzerarten & MessgeräteWie gemessen wird, welche Geräte es gibt und wo die Fehler liegen.
- BlitzerartLaserblitzerLaserscanner und Laserpistole: Messung über die Laufzeit von Lichtimpulsen.
- BlitzerartLichtschrankeMehrere Lichtsensoren messen die Zeit, die ein Fahrzeug zwischen ihnen braucht.
- BlitzerartRadarblitzerDer Klassiker: Messung über die Frequenzverschiebung reflektierter Radarwellen.
- BlitzerartSensorblitzerPiezosensoren oder Induktionsschleifen in der Fahrbahn – stationär und unsichtbar.
- BlitzerartVideomessungNachfahren mit Video im Polizeifahrzeug und Abstandsmessung von der Brücke.
Häufige Fragen zum Lärmblitzer
Gibt es Lärmblitzer in Deutschland?
Nein, bisher nicht. Dafür fehlt eine Rechtsgrundlage. Lärm kontrolliert die Polizei vor Ort.
Was kostet zu viel Lärm in Frankreich?
Nach dem neuen Dekret 135 Euro, bei schneller Zahlung 90 Euro, wenn ein Fahrzeug auf Straßen mit Tempo 50 lauter als 85 Dezibel ist. Punkte gibt es nicht.
Wo stehen Lärmblitzer in Frankreich?
Getestet werden sie seit 2019 unter anderem in Paris, Nizza, Toulouse und rund 30 Gemeinden im Großraum Paris.
Was kostet unnötiger Lärm in Deutschland?
Seit November 2021 bis zu 100 Euro – etwa für Aufheulenlassen des Motors oder unnützes Hin- und Herfahren.
Gilt das auch für Motorräder?
Ja. Gerade laute Motorräder stehen bei den Lärmblitzern in Frankreich im Fokus.