Vignette Österreich 2027: Nur noch digital – die Fallen
Die Klebevignette ist Geschichte: Ab 2027 gibt es die österreichische Autobahnvignette nur noch digital. Ab wann sie gilt, warum Online-Käufer 18 Tage warten müssen und wie ein Tippfehler 200 Euro kostet.
Inhaltsverzeichnis
Die bunte Klebevignette an der Windschutzscheibe hat in Österreich ausgedient. Die feuerrote Vignette für 2026 war die letzte ihrer Art: Ab dem Vignettenjahr 2027 gibt es die österreichische Autobahnvignette nur noch digital. Für Urlauber aus Deutschland ändert sich damit mehr, als es auf den ersten Blick scheint – denn die digitale Vignette hat ihre eigenen Fallen, die schnell 200 Euro kosten können.
Was sich 2027 ändert
Die österreichische Bundesregierung hat den Umstieg im Oktober 2025 beschlossen. Schon heute sind nach Angaben des Verkehrsministeriums mehr als drei Viertel aller Jahresvignetten digital. Statt eines Aufklebers wird die Vignette an das Kennzeichen gebunden: Bei der Kontrolle prüft die ASFINAG, ob für das Kennzeichen eine gültige Vignette hinterlegt ist. Ein Kaufbeleg muss nicht mitgeführt werden, das Abkratzen alter Aufkleber entfällt, und auch Fahrzeuge mit Wechselkennzeichen lassen sich unkompliziert nutzen.
Kaufen kann man die digitale Vignette weiterhin auch analog – etwa an Tankstellen, in Trafiken, an Mautstellen oder bei Automobilclubs wie ÖAMTC und ADAC. Online gibt es sie im Mautshop und in der App der ASFINAG.
Ab wann gilt die Vignette 2027?
Die Jahresvignette 2027 gilt vom 1. Dezember 2026 bis zum 31. Januar 2028. Die Vignette 2026 bleibt noch bis Ende Januar 2027 gültig. Den Preis für 2027 hat die ASFINAG noch nicht veröffentlicht (Stand: 14. Oktober 2026). Zum Vergleich: 2026 kostet die Jahresvignette für Pkw 106,80 Euro, nach einer Anpassung an die Inflation um 2,9 Prozent. Die 2-Monats-Vignette kostet 32 Euro, die 10-Tages-Vignette 12,80 Euro und die 1-Tages-Vignette 9,60 Euro. Im vergangenen Jahr startete der Verkauf der neuen Vignette Anfang November – wir ergänzen den neuen Preis, sobald er feststeht.
Falle 1: Die 18-Tage-Frist beim Online-Kauf
Die größte Überraschung erleben viele beim Online-Kauf. Wer eine Jahres- oder 2-Monats-Vignette online kauft, kann sie erst ab dem 18. Tag nach dem Kauf nutzen. Grund ist das gesetzliche Rücktrittsrecht für Verbraucher bei Online-Käufen. Die 1-Tages- und die 10-Tages-Vignette gelten dagegen auch online sofort.
- Für den 1. Dezember: Wer seine Jahresvignette 2027 online kauft und schon ab dem ersten Gültigkeitstag fahren will, muss sie spätestens am 13. November kaufen.
- Sofort fahren: Wer kurzfristig los will, kauft die Vignette an einer Verkaufsstelle vor Ort, etwa an der Tankstelle vor der Grenze. Dann gilt sie sofort.
Falle 2: Ein Tippfehler im Kennzeichen
Weil die Vignette nur noch am Kennzeichen hängt, wird ein Zahlendreher teuer: Für das richtige Kennzeichen ist dann keine Vignette hinterlegt. Die ASFINAG behandelt das laut ADAC wie Mautprellerei und verlangt die Ersatzmaut von 200 Euro. Prüfen Sie das Kennzeichen deshalb vor dem Bezahlen genau. Ist der Fehler passiert, lässt er sich bei der ASFINAG korrigieren – damit wenigstens keine weiteren Forderungen folgen. Ob für ein Kennzeichen eine gültige Vignette gespeichert ist, lässt sich jederzeit online bei der ASFINAG abfragen.
Falle 3: Teure Portale und Phishing
Im Netz bieten zahlreiche nicht autorisierte Seiten die Vignette mit kräftigem Aufschlag an. Die ASFINAG rät, nur im eigenen Mautshop, in der ASFINAG-App oder bei offiziellen Vertriebspartnern zu kaufen. Vorsicht auch bei E-Mails, die angeblich von der ASFINAG kommen und offene Beträge nachfordern: Dahinter stecken häufig Betrüger. Nicht auf Links klicken und keine Daten eingeben.
Was ohne gültige Vignette droht
Wer ohne gültige Vignette erwischt wird, zahlt eine Ersatzmaut von 200 Euro für Pkw, Motorradfahrer 100 Euro. Bis vor Kurzem waren es noch 120 und 65 Euro. Wird die Ersatzmaut nicht bezahlt, folgt ein Verwaltungsstrafverfahren mit Geldstrafen von 300 bis 3.000 Euro – und die können auch in Deutschland vollstreckt werden.
Wo die Vignette nicht reicht
Auf einigen Strecken genügt die Vignette nicht. Für Abschnitte wie die Brennerautobahn (A13), die Tauern Autobahn (A10) oder den Arlbergtunnel (S16) fällt zusätzlich eine Streckenmaut an. Wer über den Brenner nach Italien fährt, sollte außerdem die Baustelle an der Luegbrücke einplanen, die die A13 noch bis Ende 2027 an vielen Tagen auf eine Spur verengt.
Quellen:
- Österreichisches Verkehrsministerium (BMIMI): Lkw-Maut-Paket und Umstieg auf digitale Vignette 2027, 08.10.2025
- ASFINAG: Verkaufsstart für neue Digitale Vignette 2026, 04.11.2025
- ADAC: Digitale Autobahn-Vignette in Österreich – diese Fehler kosten
- auto motor und sport: Mautverschärfung in Österreich – wer ohne Pickerl fährt, zahlt jetzt doppelt
- ADAC: Baustelle Luegbrücke auf der A13