Kroatien stellt Mautsystem um: Was Autofahrer ab September 2026 wissen müssen

Reisen - Redaktion - 04.09.2026, 12:20 Uhr
Seit September wird Kroatiens Autobahnmaut schrittweise auf ein digitales Free-Flow-System vorbereitet. Für Reisende bleibt die bisherige Bezahlung aber zunächst bestehen.

Mautstation auf einer kroatischen Autobahn – ab September 2026 wird das System schrittweise auf digitale Maut umgestellt.

Umstellung läuft seit September 2026

Kroatien beginnt mit der schrittweisen Umstellung seiner Autobahnmaut auf ein digitales, schrankenloses System. Seit September 2026 wird die technische Infrastruktur für die neue Maut aufgebaut. Das künftige System soll Fahrzeuge im fließenden Verkehr erfassen, sodass das Anhalten an klassischen Mautstationen entfällt.

Geplant sind nach Angaben von Automobilclubs rund 212 Mautportale mit 1.744 Kameras. Die Umstellung erfolgt schrittweise und soll bis Ende Februar 2027 abgeschlossen sein.

Für Reisende 2026 bleibt alles wie bisher

Für Urlauber, die im Herbst 2026 nach Kroatien fahren, ist vor allem eines wichtig: Der Aufbau der neuen Technik bedeutet noch nicht den Start der digitalen Maut. Die bisherigen Mautstationen und Bezahlmöglichkeiten bleiben während der Übergangsphase in Betrieb.

Autofahrer müssen sich für eine Reise im Jahr 2026 daher noch nicht vorsorglich für das neue System registrieren. Der offizielle landesweite Start ist nach Angaben der kroatischen Regierung für den 1. März 2027 vorgesehen.

So funktioniert die digitale Maut ab 2027

Das neue System arbeitet mit zwei technischen Möglichkeiten. Bei leichten Fahrzeugen bis 3,5 Tonnen sollen Autofahrer ihr Kennzeichen registrieren und ein gültiges Zahlungsmittel hinterlegen können. Kameras erkennen das Fahrzeug anschließend automatisch bei der Nutzung der Autobahn.

Alternativ kann auch ein ENC-Mautgerät verwendet werden. Für schwere Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ist die Nutzung eines entsprechenden Geräts vorgesehen. Ziel ist ein sogenannter Free-Flow-Betrieb: Fahrzeuge passieren die Mautpunkte ohne Schranke und ohne anzuhalten.

  • Bis 3,5 Tonnen: Kennzeichenregistrierung mit Zahlungsmittel oder ENC-Mautbox.
  • Über 3,5 Tonnen: Mautgerät vorgesehen.
  • Offizieller Start: nach aktueller Planung am 1. März 2027.
  • Bis dahin: bisherige Mautstationen und Bezahlmöglichkeiten bleiben bestehen.

160 Millionen Euro für das neue System

Die kroatische Regierung beziffert den Projektwert des elektronischen Mautsystems auf 160,5 Millionen Euro. Projektträger sind die Hrvatske autoceste (HAC). Das System soll auf dem gesamten mautpflichtigen Autobahnnetz eingesetzt werden und damit auch die unterschiedlichen Betreiber in ein einheitliches elektronisches Verfahren einbinden.

Für Reisende dürfte die wichtigste Veränderung ab 2027 deshalb weniger die Höhe der streckenabhängigen Maut als vielmehr die Art der Bezahlung sein. Bis zum vollständigen Start sollte vor jeder Kroatien-Fahrt geprüft werden, welche Registrierungs- und Zahlungswege zu diesem Zeitpunkt bereits freigeschaltet sind.