Kia e-Niro Rückruf 2026: Brandgefahr durch Batterieüberwachung

Rückruf - Redaktion - 29.08.2026, 15:34 Uhr
Kia ruft 1.791 e-Niro in Deutschland zurück. Eine eingeschränkte Überwachung der Hochvoltbatterie kann Probleme zu spät erkennen; bei Bedarf wird die komplette Batterie getauscht.

Ein Kia e-Niro der ersten Generation an einer Ladesäule; das Modell wird 2026 wegen der Batterieüberwachung zurückgerufen.

1.791 e-Niro in Deutschland betroffen

Kia hat für den e-Niro der ersten Generation einen sicherheitsrelevanten Rückruf gestartet. Nach den veröffentlichten Rückrufdaten müssen weltweit 14.117 Fahrzeuge überprüft werden, davon 11.331 in Europa und 1.791 in Deutschland. Erfasst sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum vom 19. Mai 2020 bis 18. März 2022.

Das Kraftfahrt-Bundesamt überwacht die Aktion unter der Referenznummer 16831R; bei Kia lautet der interne Rückrufcode 261261. Nach den bisher veröffentlichten Angaben betrifft die Maßnahme ausschließlich den vollelektrischen e-Niro der ersten Generation. Die später eingeführte zweite Generation, die als Niro EV vermarktet wurde, verwendet andere Komponenten und ist von diesem Rückruf nicht erfasst.

Warum die Batterieüberwachung zum Risiko wird

Ursache ist eine eingeschränkte Überwachungslogik des Batteriemanagementsystems (BMS). Dieses System kontrolliert den Zustand der Hochvoltbatterie und soll Auffälligkeiten frühzeitig erkennen. Unter bestimmten Betriebsbedingungen kann die Kontrolle jedoch unzureichend sein. Dadurch können Probleme innerhalb der Batterie zu spät erkannt werden; im ungünstigsten Fall können Batteriezellen überhitzen und die Brandgefahr steigt.

Nach den veröffentlichten Informationen kann das Problem im Fahrbetrieb, beim Laden oder auch im geparkten Zustand relevant sein. Vorfälle mit Sach- oder Personenschäden sind dem KBA im Zusammenhang mit diesem konkreten Mangel bislang nicht bekannt.

  • Modell: Kia e-Niro, erste Generation
  • Produktionszeitraum: 19.05.2020 bis 18.03.2022
  • KBA-Referenz: 16831R
  • Kia-Aktionscode: 261261
  • Deutschland: 1.791 Fahrzeuge

Software-Update, Batteriecheck und möglicher Austausch

In der Vertragswerkstatt wird zunächst die Software des Batteriemanagementsystems aktualisiert. Laut Fachberichten dauert dieser Standardvorgang etwa eine halbe Stunde. Zusätzlich prüfen die Techniker den Zustand des Hochvoltspeichers. Zeigt die Diagnose bereits Auffälligkeiten oder Schäden, wird die komplette Batteriebaugruppe kostenlos ersetzt; dieser deutlich aufwendigere Eingriff kann mehrere Stunden beanspruchen.

Ob ein bestimmtes Fahrzeug betroffen ist, lässt sich zuverlässig nur über die FIN klären. Halter, die bereits ein Rückrufschreiben erhalten haben, sollten zeitnah einen Termin bei einem Kia-Vertragspartner vereinbaren. Wer einen e-Niro aus dem genannten Bauzeitraum fährt und noch keine Nachricht erhalten hat, kann mit der FIN aktiv beim Händler nachfragen. Ein Rückrufschreiben sollte nicht mit einer normalen Serviceempfehlung verwechselt werden: Es geht hier um eine sicherheitsrelevante Maßnahme.

Das Software-Update bedeutet dabei nicht automatisch, dass die Hochvoltbatterie bereits beschädigt ist. Ob zusätzlich ein Batterietausch notwendig wird, entscheidet die Diagnose in der Werkstatt. Gerade deshalb ist es sinnvoll, die Rückrufmaßnahme durchführen zu lassen, statt aus Reichweite, Ladeverhalten oder einzelnen Warnmeldungen selbst auf den Zustand des Akkus zu schließen.