BMW hat 2026 einen weiteren umfangreichen Rückruf wegen eines möglichen Defekts am Motorstarter gestartet. Das Kraftfahrt-Bundesamt führt die Aktion unter der Referenznummer 16790R. Insgesamt sind nach den veröffentlichten Rückrufdaten 744.234 Fahrzeuge weltweit betroffen, davon rund 42.300 in Deutschland.
Der erfasste Produktionszeitraum ist außergewöhnlich breit: Er reicht vom 31. Juli 2020 bis zum 26. Februar 2026. Trotzdem ist nicht automatisch jedes Fahrzeug einer genannten Modellreihe betroffen. BMW weist selbst darauf hin, dass Rückrufe häufig auf bestimmte Bauteile und Produktionslose eingegrenzt werden und eine zuverlässige Prüfung deshalb über die 17-stellige FIN erfolgen sollte.
Nach der KBA-Mangelbeschreibung können sich durch Abrieb Ablagerungen im RWT-Starterrelais bilden. Diese erhöhen den elektrischen Kontaktwiderstand. Bei hohen Strömen kann dadurch mehr Wärme entstehen; unter ungünstigen Bedingungen sind ein Kurzschluss und eine thermische Überlastung möglich. Das KBA stuft die Folge deshalb als erhöhte Brandgefahr ein.
Nach dem derzeit veröffentlichten Stand sind dem KBA im Zusammenhang mit diesem Rückruf keine Sach- oder Personenschäden bekannt. Die Maßnahme ist dennoch sicherheitsrelevant und sollte nicht aufgeschoben werden. Als Abhilfe wird bei den betroffenen Fahrzeugen der Motorstarter ausgetauscht.
Die Aktion umfasst zahlreiche BMW-Baureihen. Genannt werden 2er, 3er, 4er, 5er, 6er und 7er, die SUV-Modelle X3, X4, X5, X6 und X7 sowie Z4 und i3. Für die Werkstattaktion werden unter anderem die BMW-Codes 0012790600, 0012780600 und 0012770600 geführt.
BMW bietet auf seiner deutschen Website eine FIN-Abfrage für Rückrufe und technische Updates an. Die Durchführung von Rückrufaktionen ist laut BMW kostenlos. Wer bereits ein Anschreiben erhalten hat oder bei der FIN-Prüfung eine offene Aktion sieht, sollte sich an einen autorisierten BMW-Servicepartner wenden. Eine pauschale Aussage allein anhand von Modellbezeichnung oder Erstzulassung ist wegen der engen Bauteilzuordnung nicht zuverlässig.
BMW nennt auf seiner Rückrufseite keine einheitliche Reparaturdauer; sie kann je nach Modell und Werkstattsituation variieren. Für Halter ist daher sinnvoll, den Termin direkt mit dem Servicebetrieb abzustimmen. BMW weist außerdem darauf hin, dass die Online-Abfrage im Einzelfall zeitlich verzögert aktualisiert sein kann. Bestehen Zweifel, kann ein BMW-Partner anhand der FIN prüfen, ob eine offene Aktion hinterlegt ist.