Wer mit dem Auto nach Italien reist, weiß, dass man hier besonders vorsichtig fahren muss. Italien gilt mit schätzungsweise 11.300 Radarfallen als Blitzer-Hochburg Europas – fast zweieinhalb Mal so viele wie in Deutschland. Für viele Urlauber endete die Reise daher oft mit einem teuren Bußgeldbescheid im Briefkasten. Doch damit soll jetzt Schluss sein.
Das italienische Verkehrsministerium hat neue Regeln erlassen, um dem "wilden Blitzen" ein Ende zu setzen. Minister Matteo Salvini erklärte auf der Online-Plattform X, Blitzer sollten der Sicherheit dienen und nicht der Schikane von Bürgern. Die neuen Vorschriften wurden bereits im Amtsblatt veröffentlicht und sollen vor allem für mehr Transparenz sorgen.
Die hohe Dichte an Radarfallen, oft an unübersichtlichen Stellen, hat in der Vergangenheit für viel Ärger gesorgt. So viel, dass mancher Autofahrer zur Flex griff: Im Jahr 2023 wurde in der Nähe von Rovigo der erste Blitzermast mit einem Trennschleifer abgesägt. Seitdem gab es Dutzende solcher Fälle im ganzen Land. Die Taten werden inzwischen einer mysteriösen Figur namens "Fleximan" zugeschrieben.
Dass die Blitzer eine lukrative Einnahmequelle sind, ist unbestritten. Laut der Verbraucherschutzorganisation Codacons nahmen die 20 größten Städte Italiens im Jahr 2022 mehr als 75 Millionen Euro durch Radarfallen ein. Allein die Touristenmetropole Florenz verbuchte über 23 Millionen Euro. Auch kleine Gemeinden profitierten: So stiegen die Einnahmen in Cavallino von null auf fast drei Millionen Euro.
Die neuen Vorschriften sollen die Bußgelder transparenter und fairer machen:
Die neuen Regeln sind bereits im Jahr 2024 Kraft getreten, aber die Gemeinden hatten eine Übergangsfrist von zwölf Monaten, um ihre bereits installierten Blitzer anzupassen. Werden die Geräte nicht fristgerecht umgerüstet, müssen sie abgebaut werden. Südtirol hat im Juli 2025 bereits reagiert und alle Speedcheck-Säulen vorläufig außer Betrieb genommen.