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Spritpreise 2026: Benzin & Diesel überschreiten die 2€ Grenze

Verkehr - Oliver Godolt - 15.03.2026, 13:05 Uhr
Benzin & Diesel knacken im März 2026 die 2€-Marke. Erfahren Sie jetzt, warum HVO100 teurer wird und was das neue „Österreich-Modell“ für Sie bedeutet.

Eine Auto an der Tankstelle wird gerade mit Super betankt.

Spritpreise März 2026: Benzin und Diesel über 2 Euro

Die Autofahrer in Deutschland stehen vor einer neuen Belastungsprobe. Wie der ADAC berichtet, haben die Kraftstoffpreise infolge des Irankriegs im Nahen Osten erneut die psychologisch wichtige 2-Euro-Marke durchbrochen. Nach einer kurzen Phase der Entspannung ziehen die Preise an den Zapfsäulen seit dem 13. März 2026 wieder massiv an.

Am Freitagmorgen kostete der Liter Super E10 im Schnitt 2,083 Euro, während für Diesel sogar 2,208 Euro fällig wurden. Laut ADAC-Experten ist dieser Sprung unmittelbar auf die Volatilität am Rohölmarkt zurückzuführen, wo die Sorte Brent aktuell wieder bei rund 100 US-Dollar pro Barrel notiert.

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HVO100: Kritik an „Gewinnmaximierung“ der Konzerne

Besonders im Fokus der Kritik steht die Preisgestaltung beim regenerativen Kraftstoff HVO100. Obwohl dieser aus Altspeiseölen und Reststoffen besteht und somit unabhängig vom Rohölimport ist, stieg der Preis hier innerhalb von zwei Wochen von 1,74 Euro auf 2,18 Euro (Stand: 10. März).

  • Vorwurf des ADAC: Die Mineralölwirtschaft nutzt die allgemeine Krisenstimmung, um auch bei Biokraftstoffen die Gewinne ohne sachlichen Grund zu maximieren.
  • Fehlende Transparenz: Der ADAC fordert die Politik auf, Kostenstrukturen der Industrie offenzulegen, da HVO100 kein fossiles Öl enthält und somit nicht von der Krise am Golf betroffen sein dürfte.
  • Forderung: Neben mehr Transparenz verlangt der Automobilclub eine Senkung der Energiesteuer, um die Verbraucher direkt zu entlasten.

Regierung plant „Österreich-Modell“ für Tankstellen

Angesichts der rasanten Entwicklung plant die Bundesregierung unter Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) eine kurzfristige Gesetzesänderung. Tankstellen sollen ihre Preise künftig nur noch einmal täglich erhöhen dürfen – ähnlich dem bewährten Modell in Österreich.

Ziel dieser Maßnahme ist es, den täglichen „Preispoker“ zu beenden, bei dem die Kosten teilweise im Stundentakt schwanken. Der ADAC begrüßt den Vorstoß, mahnt jedoch an, dass dies allein keine unangemessenen Preissteigerungen verhindern kann, solange der Marktdruck durch die Mineralölkonzerne bestehen bleibt.

Hintergrund: Irankrieg und die Straße von Hormus

Die Ursache für die Marktturbulenzen liegt in der Geopolitik. Seit Beginn des Irankriegs ist die Straße von Hormus – eine der weltweit wichtigsten Routen für Öltanker – teilweise blockiert. Berichte über verlegte Seeminen haben den Ölpreis zeitweise auf bis zu 120 US-Dollar getrieben.

Ölpreis-Entwicklung Brent (Feb/März 2026)
27. Februar (Vor Kriegsbeginn)ca. 72 US-Dollar
09. März (Krisen-Peak)120 US-Dollar
13. März (Aktuell)ca. 100 US-Dollar

Spartipps: So drücken Sie die Tankkosten aktuell

Trotz der hohen Preise gibt es Möglichkeiten, die monatlichen Kosten für Kraftstoff zu senken. Die Redaktion von Bussgeldkatalog.news empfiehlt folgende Maßnahmen:

  • Zeitfenster nutzen: Meiden Sie die teuren Morgenstunden zwischen 7 und 8 Uhr. Abends zwischen 18 und 22 Uhr ist der Sprit oft am günstigsten.
  • E10 statt E5: Fast alle modernen Benziner vertragen Super E10. Der Preisvorteil liegt konstant bei etwa 5 bis 6 Cent pro Liter.
  • Preis-Apps verwenden: Nutzen Sie Echtzeit-Daten (z. B. ADAC Drive), um gezielt günstige Stationen abseits der Autobahnen anzusteuern.
  • Spritsparende Fahrweise: Schon durch vorausschauendes Fahren und korrekten Reifendruck lassen sich bis zu 15 % Verbrauch einsparen.
Redaktioneller Hinweis: Stand 13. März 2026, 13:05 Uhr

Die Preisangaben basieren auf Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe. Da die Rechtslage zum "Österreich-Modell" noch in der Abstimmung ist, empfehlen wir Autofahrern, weiterhin aktiv Preise zu vergleichen.

Quellen:

  1. ADAC Marktbeobachtung: Kraftstoffpreise und Analyse Irankrieg
  2. Wirtschaftsverband Fuels und Energie: Versorgungsbericht Deutschland 2026
  3. Pressekonferenz Bundesministerium für Wirtschaft: Statement Katherina Reiche

Oliver Godolt
Autor

Oliver Godolt

Head of Content & Legal Tech Experte