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Stau-Falle Bayern: Wer hier von der Autobahn abfährt, zahlt 50 Euro

Verkehr - Oliver Godolt - 10.12.2025, 21:23 Uhr
Bayern macht ernst: Entlang der A7, A8 und A93 gelten Durchfahrtsverbote bei Stau. Die Polizei kontrolliert und schickt Autofahrer zurück. Alle Ausfahrten im Überblick.

Autos fahren bei Sonnenschein oder A8 in Bayern mit Blick auf die Alpen.
Autofahrer auf der A7, A8 und A93 müssen auf freie Fahrt hoffen. Wer von der Autobahn abfahrt, könnte in eine Polizeikontrolle geraten.

Bayern sperrt Ausfahrten: "Tiroler Modell" an A7 und A8

Wer in den Weihnachtsferien oder an Wochenenden auf dem Weg in den Süden (Österreich, Italien) ist, muss sich auf eine drastische Maßnahme einstellen. Was viele bisher nur aus Tirol kannten, wird nun auch in Bayern Realität: Durchfahrtsverbote für den Ausweichverkehr.

Die betroffenen Landkreise (u.a. Rosenheim, Berchtesgadener Land und neu: Ostallgäu) wollen verhindern, dass Autofahrer bei Stau von der Autobahn flüchten und die kleinen Dörfer verstopfen. Die Polizei wird an kritischen Tagen präsent sein und die Einhaltung rigoros überwachen.

Neu ab Dezember 2025: Auch an der A7 (Ulm – Füssen) und der B2 bei Farchant greifen die Sperren noch vor Weihnachten.

Liste: An diesen Ausfahrten kommen Sie nicht durch

Die Verbote werden meist kurzfristig aktiviert – typischerweise von Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen, wenn die Autobahnen überlastet sind. Achten Sie auf das Verkehrszeichen 250 (Verbot für Fahrzeuge aller Art) mit Zusatzschildern.

A8 (München – Salzburg) & A93 (Inntaldreieck – Kufstein):
Hier sind besonders viele Anschlussstellen im Landkreis Rosenheim und Berchtesgaden betroffen. Wer hier abfährt, um den Stau zu umfahren, steht vor gesperrten Landstraßen:

  • Bad Aibling, Rosenheim-West, Rosenheim
  • Rohrdorf, Achenmühle, Frasdorf
  • Bernau a. Chiemsee, Felden
  • Reischenhart, Brannenburg (A93)
  • Neukirchen/Teisendorf, Anger, Piding (Berchtesgadener Land)

A7 (Ulm – Füssen):
Ganz neu betroffen ist der Bereich vor dem Grenztunnel Füssen. Um Verkehrschaos in Orten wie Nesselwang, Pfronten oder Füssen zu vermeiden, arbeitet das Landratsamt Ostallgäu an entsprechenden Anordnungen.

B2 (Garmisch-Partenkirchen):
Eine Premiere gibt es an der Bundesstraße 2: Die Gemeinde Farchant führt als erste Kommune an einer Bundesstraße ein Abfahrtsverbot ein, um die Blockabfertigung vor dem Tunnel nicht in den Ort zu verlagern.

Konsequenzen: 50 Euro Strafe und "Zwangswende"

Die Polizei versteht bei diesen Sperren keinen Spaß. Wer die Verbotsschilder ignoriert ("Das Navi hat es aber angezeigt"), muss mit direkten Konsequenzen rechnen:

  • Bußgeld: Für PKW-Fahrer wird ein Verwarnungsgeld von 50 Euro fällig.
  • Zurückweisung: Viel ärgerlicher als das Geld ist oft der Zeitverlust. Die Polizei schickt "Stau-Flüchtlinge" konsequent zurück auf die Autobahn. Sie müssen sich also wieder in den Stau einreihen, dem Sie entkommen wollten.

Ausnahmen: Wer trotzdem abfahren darf

Die Verbote richten sich gezielt gegen den reinen Durchgangsverkehr (Transit). Wer ein berechtigtes Interesse hat, darf die Straßen weiterhin nutzen.

Das gilt als Ausnahme:

  • Sie haben ein Hotel oder eine Ferienwohnung in der gesperrten Region gebucht.
  • Sie besuchen dort Verwandte oder Freunde.
  • Sie wollen ein Restaurant oder eine Sehenswürdigkeit im Ort besuchen.

Tipp: Halten Sie bei Kontrollen entsprechende Nachweise (Buchungsbestätigung, Navi-Ziel) bereit, um Diskussionen zu vermeiden.